Warum Eisenbahnfotos?

01.01.2012

Viele Fotos auf dieser Homepage beschäftigen sich mit dem Thema Eisenbahn. Durch die Eisenbahn bin ich eigentlich erst zum Fotografieren gekommen, Aber warum Eisenbahnfotos. Schon als Kind hatte ich eine besondere Beziehung zur Eisenbahn. Beim Blick aus meinem Kinderzimmer sah ich direkt auf einen Bahnübergang. Drinnen hatte ich natürlich auch eine Modelbahn. Irgendwann hing dann der erste Fahrplan und mehrere DB-Plakate an der Wand. Die rosaroten Elefanten lassen grüßen.
Außerdem war mein Onkel damals Lokführer bei der DB und kam regelmäßig vorbei. Dann wurde am Bahnübergang kurz gehupt und manchmal hat er mich dann auch auf der Diesellok mitgenommen.  Mittlerweile sind auch die Dieselloks Geschichte und zum größten Teil ausgemustert.
1984 gab es in Neheim-Hüsten ein Bahnhofsfest bei dem ich das erstemal eine Dampflok gesehen habe, ich durfte sogar kurz auf den Führerstand. Auf den Sonderfahrten nach Sundern hab ich dann auch meine ersten Dampflokfotos gemacht.
 

1985 war dann das große Jahr. "150 Jahre Deutsche Eisenbahn" Alle Züge waren mit einem Aufkleber verziert und auf DB-Gleisen durften wieder Dampfloks fahren. Ein klasse Jahr das als einen Höhepunkt die große Fahrzeugschau in Bochum-Dahlhausen hatte.Als 14jähriger besuchte ich die Ausstellung. Ein echtes Abenteuer mit der Bahn alleine dorthin zu fahren und der Beginn meiner Beziehung zu diesem Museum und der Eisenbahnfotoleidenschaft. Dort hab ich dann auch zum ersten Mal meine Minitrix 01 008 im Original gesehen.
In den 90er Jahren ist die Fotografie der Eisenbahn dann leider etwas eingeschlafen. Viele Dinge des Umbruchs und des Zusammenwachsens von DB und DR hab ich zwar mit Interesse verfolgt, aber leider nicht lückenfrei fotografisch dokumentiert.
1998 bekam ich dann die erste Digitalkamera, diese war aber mit den "schnellen" Eisenbahnen völlig überfordert, Aber sie war viel praktischer als meine Minolta AF5000, sodass diese auch sehr oft im Schrank blieb. Aus heutiger Sicht ein riesiger Fehler. Viele einmalige Motive waren "verloren"Im Jahr 2005 dann die Erlösung in Form einer Konica-Minolta D5D.Endlich konnte man wieder "richtig" Fotografieren mit allen Höhen und Tiefen die die Eisenbahnfotografie zu bieten hat. Schlechtes Wetter, falsches Licht, zu Kalt, zu nass, Zug verspätet, Zug kommt gar nicht usw.
Am liebsten fotografiere ich natürlich Dampfloks, diese rauchenden, zischenden Dinosaurier aus einer anderen Zeit. Leider sind Dampfloks nicht an jeder Ecke zu finden was das Fotografieren sehr schwer macht. Mittlerweile habe ich einige Abschiedsfahrten einiger Lokomotiven mitgemacht, die meisten Loks verschwinden dann für sehr lange Zeit von den Strecken, einige für immer.
Und so verschwindet nach und nach die lebendige Erinnerung an die Maschine die das Industriezeitalter erst ermöglicht hat. Aber manchmal wird die Vergangenheit durch den Enthusiasmus einiger Eisenbahnfreunde für einen kurzen Augenblick zum Leben erweckt und dann versuche ich wieder diesen Moment festzuhalten.

 

"Jeder weiß, daß die Marke der Schreibmaschine nichts mit der Fähigkeit zu tun hat, einen fesselnden Roman zu erschaffen, obwohl eine bessere Schreibmaschine das Tippen etwas angenehmer macht. Also warum glauben so viele anderweitig vernünftige Menschen, daß die Kamera, oder genaue Kenntnis über Verschlußzeiten, Objektivbau oder Kameratechnik irgendwas mit der Fähigkeit zu tun hat, ein interessantes Foto zu schaffen, und nicht damit, die Bequemlichkeit des Fotografen zu verbessern?“

Ken Rockwell

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Michael Calcada, Springe